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Der Dresseur in der Mitte,
die zu Dressierenden am Boden,
die Zuschauer auf bequemen Plätzen,
lachend, erwartungsvoll
der Dresseur darf fast alles,
befehlen, anweisen, Witze machen,
seine Opfer gehorchen freiwillig und dürfen auch fast alles,
solange die Zuschauer lachen
und sich nicht einer besonders betroffen fühlt,
der dann eingreift,
gar nicht programmgemäß,
der fragende Mienen erzeugt, mit Härte die Vorstellung stört,
den Dresseur verstummen lässt,
kurze Zeit wenigstens,
Programmunterbrechung –
alle müssen sich miteinander beschäftigen
oder im Schweigen ertrinken,
das sich kalt und ungemütlich ausbreitet,
einer verschwand,
einer der Akteure sitzt nun irgendwo außerhalb,
wartet auf seinen neuen Auftritt –
wieder Lachen, Geschrei,
alles starrt auf Dresseur und Akteure,
endlich kein Gespräch mehr notwendig,
nur Lachen erwünscht und wehe dem,
der es wagt, aus der Rolle zu tanzen,
ungefragt,
er wird böse Blicke ernten,
sich in der unbequemen Rolle des Spielverderbers wiederfinden
irgendwann
Ende des Programmes,
irgendwo
wieder Kinder statt Akteure,
irgendwer
wird sie wieder ernst nehmen müssen,
sie und ihre Probleme,
ihre Tränen, ihre Wut, ihre Ängste
auffangen und verstecken,
ehe sich der Vorhang hebt für die nächste Vorstellung,
was aber macht der Dresseur in der Zwischenzeit?

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